Lörrach - Frankfurt - 312km - 4 Etappen - 07.04.-10.04.2015

In der Ostermontagwoche starten Richard und ich von seinem Wohnort Lörrach, an der Grenze zur Schweiz gelegen, bis zu mir nach Frankfurt durch. Nicht mit dem Rad, sondern zu Fuß wollen wir die rund 350 Kilometer in vier Etappen überwinden. Unseren Ostermarsch gehen wir mit minimaler Ausrüstung im Rucksack als Selbstversorger an.

Bei Bekannten in Freiburg, Offenburg und Ludwigshafen können wir duschen, essen und übernachten. Die ersten beiden Teilstücke von 62 km bzw. 78 km kommen wir gut voran. Einziges Manko: Nirgendwo unterwegs kommen wir an einem Hähnchenstand vorbei. Ein echtes Erste-Welt-Problem! Die Streckennavigation erfolgt auf herkömmlichem Weg, nämlich mit einem Kartenausdruck, auf dem der Fußweg dargestellt ist. Nur im Zweifel und/oder im Dunkeln nutzen wir das Smartphone.

Die Königsetappe, Offenburg nach Mannheim, ist mit 117 km zu lang gewählt. Am dritten Tag sind die Beine schwer und die Laufgeschwindigkeit auf ca. sieben Minuten pro Kilometer gesunken. Schon wieder haben wir so lange gebraucht, dass es bereits dunkel ist. Da die Bekannten, welche uns die letzte Übernachtungsmöglichkeit bieten, zur Nachtruhe übergehen wollen, beschließen wir, statt nach Mannheim, hinüber nach Germersheim zu laufen und den Rest bis Ludwigshafen mit der Bahn zurückzulegen. So schleppen wir uns im Finstern durch die Rheinauen hinüber auf die anderen Rheinseite. Um 1:00 Uhr sind wir schließlich im Bett. Die Bruttozeit für die heutigen verbliebenen 96 Kilometer beträgt satte 15 Stunden!

Um 6:00 Uhr ist die Nacht schon wieder vorüber. Dies ist eindeutig zu wenig Zeit, um noch zu regenerieren. Richards Schwester fährt uns auf ihrem Weg zur Arbeit zu unserem geplanten Startpunkt in Mannheim Friedrichsfeld. Die Laufgeschwindigkeit sinkt am heutigen, letzten Tag nochmals deutlich ab. Aber: Heuer treffen wir unterwegs auf einen Hähnchenstand. Das Glück ist mit uns, wie auch schon die Tage zuvor, denn wir haben Sonnenschein und es ist weiterhin niederschlagsfrei.

Wiederum bis in die Nacht hinein gelaufen, beschließen wir an der Stadtgrenze zwischen Neu Isenburg und Frankfurt die letzten Kilometer mit der Bahn zu mir zu fahren. Völlig erschöpft fallen wir gegen Mitternacht ins Bett. 312 Kilometer lagen hinter uns.