Triple-Ultra-Triathlon 26.07.-28.07.2013 in Lensahn

Es gibt Tage, an denen kommt alles Gute zusammen und ich hatte gleich zwei davon. So oder so ähnlich lässt sich mein Sieg in meinem Lieblingsrennen beschreiben. Ein grandioses Supporter-Team, eine bärenstarke Leistung vor allem auf dem Rad und meine Taktik waren die Garanten zum Erfolg. Die extreme Hitze mit 35 Grad auf der Laufstrecke war natürlich mein Freund.

Ein weiters Novum: Der folgende Bericht wurde diesmal von Betreuerin Nadine Zahradnik verfasst, die die (Team-)Ereignisse aus ihrer Sicht schildert.

Endlich war wieder ein Jahr vergangen und DAS Highlight des Jahres stand vor der Tür – der Lensahner Triple Ultra Triathlon. Bereits eine Woche vorher reisten Heiko und ich wieder an, genau wie Mark, der ebenfalls Freitagabend in Lensahn eintrudelte. Die Freude war wie jedes Jahr riesig auf den bevorstehenden Event, in diesem Jahr sogar noch etwas größer, denn zum einen konnten Ilana und Nils dieses Mal länger als sonst dabei sein, zum Anderen stand ein Wiedersehen mit Carsten Sacher an, den ich 10 Jahre nicht gesehen habe sowie mit den Österreichern Martin Rauch und Jürgen Dangl, die zuletzt 2008 in Lensahn waren.

Das Wochenende verbrachten wir größtenteils noch mit "privaten" Dingen. Sonntag empfingen wir dann Roland Patzina, der wie gewohnt auch schon früh angereist war. Am Abend saßen wir mit ihm und Mark sowie Hartmut, Uschi und meiner Mam gemütlich bei uns zusammen und waren natürlich schon voller Vorfreude auf die nächsten Tage.

Montag wurde – wie jedes Jahr – das Zelt an "unserem" Platz aufgebaut, auch Familie Schikorr kam vorbei, um den Platz neben uns abzusperren. Traditionen soll man schließlich nicht brechen.

Am Dienstag traf ich morgens beim Einkaufen Matthias Marzi und seinen Kumpel Kai, die dieses Mal auch bei uns im Zelt dabei sein "durften", nachdem wir Matthias beim "Double" in Emsdetten quasi "adoptiert" hatten. Nachmittags stand Athletentüten packen auf dem Programm. Dieses Jahr waren nur Maja, Heiko und ich dabei, was aber auch kein Problem war. Wolfgang verdrückte sich, um andere Dinge zu erledigen. Auch Mark kam vorbei, um aufzupassen, dass wir ihm keine rosa Badekappe zuteilen. Im Anschluss fand das obligatorische Grillen bei Familie Schikorr statt, an dem dieses Mal auch Pascal, Manuela und Celina Correc teilnahmen, die extra dafür früher angereist waren. Es war wie immer ein lustiger und zum Teil feucht-fröhlicher Abend, an dem natürlich Triathlon das Hauptthema war.

Mittwoch war dann der "Hauptanreisetag", viele Athleten hatten ihr Erscheinen für heute bei meiner Mam, die für die Verteilung der Klassenräume zuständig ist, angekündigt.

Heiko und ich trafen uns am Nachmittag mit Ilana und Nils zum Eis essen, im Anschluss gingen wir ins "Athletendorf", da Carsten mit seiner Familie im Anflug war. Dort trafen wir zunächst Miriam Rau und Lars König mit ihrer Tochter Lucy, die in diesem Jahr als Zuschauer dabei sein wollten. Gemeinsam saßen wir auf dem Schulhof und empfingen die Neuankömmlinge. Am späten Nachmittag trudelte dann Carsten mit seiner Frau Bettina und Sohn Luca ein – die Freude war groß, nachdem wir uns 10 Jahre nicht gesehen hatten! Später kam auch Stefan Chares mit seiner Tochter Joel dazu, der gleich berichtete, dass er lediglich Joel als Betreuerin dabei habe und eventuell auf ein wenig Hilfe von uns angewiesen sei. Was das für "Ausmaße" annehmen sollte, ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht…

Am Abend gingen wir alle gemeinsam Pizza essen, wo wir viele andere Athleten, Betreuer, Helfer etc. trafen. Abgesehen davon, dass wir ewig auf unser Essen warten mussten, war es ein netter Abend. Später trudelten auch Martin und Jürgen gemeinsam mit Alexandra Meixner und ihren Betreuern in der Pizzeria ein. Ich habe mich riesig gefreut, Jürgen und Martin nach 5 Jahren endlich mal wieder zusehen – dieses Jahr ging Martin an den Start im Gegensatz zu 2008, als er "nur" als Betreuer dabei war.

Nach dem Essen marschierten wir zurück zum Schulhof, wo wir uns bei etwas Sekt und Bier noch niederließen. Sogar Martin Schytil reiste noch an, der sich dann gerne zu uns gesellte. Auch Jens Laudenbacher und seine Betreuerin Constanze stießen noch kurz zu uns, bevor sie ihr Zimmer bezogen. Als es anfing zu regnen, verlagerten wir unsere lustige Runde nach drinnen – Ilana und ich holten dann noch Martin und Jürgen dazu, die inzwischen vom Pizza essen zurück waren. Gegen 1.00 beschlossen wir, die Runde langsam aufzulösen. Nur Ilana und Matthias hatten noch nicht genug und blieben noch dort. ;-)

Donnerstag um 11.00 Uhr fand die Wettkampfbesprechung statt, wo unter anderem auch der neue Moderator Bernhard Vogel vorgestellt wurde. Im Anschluss bauten wir noch schnell unseren Pavillon an der Laufstrecke auf, bevor sich dann jeder für sich um Einkäufe und weitere Vorbereitungen kümmerte.

Vor der Pasta Party holte ich Marks Sachen ab, deponierte sie im Auto und ging kurz mit ihm nochmal alles durch. Ilana und Nils kümmerten sich um die Sachen von Roland. Heiko, der für Martin zuständig ist, beschloss Martins Auto samt seiner Sachen Freitag früh an den Schützenplatz zu stellen. Um das Zeug von Matthias würde Kai sich kümmern, und die Sachen von Carsten hatte natürlich Bettina. So waren unsere 5 Athleten gut aufgeteilt und jeder wusste was zu tun ist. Klar ist, dass wir EIN Team sind und jeder jedem hilft, aber eine grobe Einteilung ist schon sinnvoll.

Um 18.30 war Pasta Party und Athletenvorstellung angesagt. Im Anschluss folgte noch unser obligatorisches Gruppenfoto, bevor sich alle langsam auf den Weg nach Hause bzw. ins Bett machten. Daheim packte ich noch meinen Kram zusammen, und die Vorfreude wurde immer größer. Vor lauter Aufregung konnte ich kaum einschlafen – endlich ging es wieder los ...

Um 5.00 klingelte Freitagmorgen der Wecker. Ich war zwar todmüde, aber ich stand mit einem breiten Grinsen auf. Um 6.30 holte ich dann Mark ab, Heiko brachte Martins Auto zum Schützenplatz und anschließend Martin ins Schwimmbad. Ilana hatte Roland abgeholt, Nils schlief noch… Nach letzten Absprachen fiel um 7.00 der Startschuss. Leider waren unsere Athleten auf sämtliche Bahnen verteilt, so dass wir alle irgendwie getrennt voneinander saßen. Ich saß auf Bahn 1 und zählte brav Marks Schwimmbahnen und notierte seine Zwischenzeiten. Da Pascal auch auf Bahn 1 schwamm, hatte ich Maja und Kira an meiner Seite. Gemeinsam suchten wir nach der besten Position, um nicht ständig durch Ingo Fischers Rollwende durchnässt zu werden.

Die Zeit verging recht schnell und es wurde immer wärmer. Als erster verließ Ingo Fischer das Wasser, gefolgt von Pascal Correc, Stefan Chares und Stephen Race. Der nächste würde dann Mark sein. Ich bereitete zeitnah den Wechsel vor und erwartete ihn mit seinen Badeschlappen und einem Handtuch am Beckenrand. In der Wechselzone meinte Mark, dass er sich nicht besonders gut fühle und auch mit seiner Schwimmzeit nicht unbedingt zufrieden sei. Als er sich dann aufs Rad geschwungen hatte, brachte ich zunächst die Schwimmsachen in seinen Raum. Inzwischen war es extrem heiß, ich zog mich schnell bei Mark um, bevor ich mich auf den Weg zu unserem Zelt machte. Dort half Hartmut mir, Marks Zeug vom Auto ins Zelt zu tragen. Ich bereitete schnell eine Radflasche für Mark vor, da er dringend Flüssigkeit mit Salz haben wollte.

Nachdem ich mich soweit eingerichtet hatte, kam als nächstes Bettina dazu, gefolgt von Ilana und Heiko (und auch Nils war inzwischen aufgestanden). Nun war von unseren Athleten nur noch Matthias im Schwimmbad, der leider während des Schwimmens schon wieder über Übelkeit geklagt hatte. Die Radstrecke füllte sich nach und nach, und auch Matthias war dann irgendwann mit dem Schwimmen fertig. Also waren wir gegen Mittag wieder komplett und konnten uns voll und ganz auf das Radfahren konzentrieren. Der Nachmittag verging wie im Fluge. Mark war gut drauf, das heiße Wetter gefiel ihm natürlich. Er aß und trank brav und hielt gut an der Spitze mit bzw. überholte andere Athleten und schob sich weiter nach vorne.

Bettina bekam später noch Verstärkung von Carstens Freund Bernd, der extra aus Bayern angereist war. Auch andere "Gäste" wie Marcel Heinig oder Lars König durften wir bei uns im Zelt begrüßen, die immer mal wieder vorbei kamen. Matthias kämpfte leider weiter mit der Übelkeit und musste sich mehrfach übergeben. Der Rennarzt verordnete ihm schließlich eine Zwangspause, ansonsten würde er ihn aus dem Rennen nehmen… Also ging Matthias erstmal schlafen. Carsten ging es super, er hatte überhaupt keine Probleme. Auch Roland und Martin waren gut drauf.

Mark fuhr weiter konstant seine Runden und überholte weitere Athleten, so dass er bald auf Platz 2 lag. Lediglich Ghislain Marechal war jetzt noch vor ihm. Bis dahin hatte Mark auch noch keine einzige Pause gemacht. Mark "orderte" gegen 19.00 Heiko, der mit dem Rad eine kurze Strecke nebenher fuhr, um Marks Wünsche und Anweisungen für eine kurze Pause entgegenzunehmen. Gesagt - getan, es folgte ein kurzer Boxenstopp: lange Kleidung anziehen, Popocreme nachlegen, Pizza nebenbei reinstopfen, Räder aufpumpen, weiter geht's. Mark hatte nun auch Ghislain überrundet und führte somit das Feld an.

Kurze Zeit später bekamen wir weiteren Zuwachs, Anna und Christian aus Braunschweig, Freunde von Heiko und mir, wollten sich das Spektakel auch mal live anschauen. Auch Matthias kam von seiner Zwangspause zurück und fühlte sich nach dem "Wundermittel" plötzlich richtig gut. Bernd Schikorr hatte ihm empfohlen wegen der Übelkeit ungekochte Reiskörner mit Kaffeepulver zu essen! Irgendwie hat Matthias die eigenartige Mischung tatsächlich runterbekommen und es ging ihm blendend. Also schwang er sich auf sein Rad und fuhr weiter. Aber falsch gedacht, dass nun alle wieder fit und unterwegs sind: Martin hielt an und jammerte, dass er müde sei und schlafen wolle. Vorher legte er aber noch mit Heiko, Christian und Nils einen Stopp am Bierwagen ein…

Und dann bahnte sich ein kleines Drama an: Stefan Chares, der gegenüber von uns seinen Stand hatte, lag auf seiner Liege und fühlte sich hundeelend. Ihm war schlecht, er mochte nichts essen, ihm war schwindelig und kalt. Und er hatte außerdem erhöhte Temperatur. Seine Tochter wusste nicht was sie machen soll, also kümmerte Ilana sich um Stefan. Sie versuchte alles, um ihn wieder aufzupäppeln, aber nichts schien zunächst zu helfen. Stefans Tochter Joel und Ilana hätten gerne einen Arzt geholt, was Stefan aber unter keinen Umständen wollte, da er Angst hatte, aus dem Rennen genommen zu werden. Ilana kümmerte sich rührend um Stefan und ließ nichts unversucht, während das Team von Ingo Fischer Joel bei sich aufnahm, die sich erstmal schlafen legte.

Parallel kamen Udo Menzel und Dani Schelenz in Lensahn an, die als Zuschauer wieder dabei sein wollten. Unser Zelt leerte sich langsam, Hartmut war schlafen gegangen, genau wie Heiko, Nils und Anna. Auch Bettina und Luca ruhten sich ein wenig aus, während Carsten von Bernd begleitet wurde.

Mark ging es weiterhin super und er verteidigte seinen 1. Platz eisern. Laut meiner Hochrechnung würde er gegen 4.00 Uhr mit dem Radfahren fertig sein! Während der letzten Radrunden brachte ich die ersten Sachen von Mark zur Laufstrecke und bereitete den Wechsel vor. Wie errechnet beendete Mark schließlich als 1. das Radfahren – SUPER! Ich erwartete ihn gemeinsam mit Christian in der Wechselzone. Ein sehr ungewohntes Gefühl, dass einer unserer Athleten schon so früh mit dem Radfahren fertig ist. Mark fühlte sich gut und freute sich auf seine Paradedisziplin. Er wechselte schnellstmöglich, um einen Vorsprung auf seine Verfolger herauszulaufen, und begab sich dann auf die Laufstrecke.

Ich brachte währenddessen seine restlichen Sachen an die Laufstrecke, Christian half mir dabei. Ich bereitete Mark ein paar Getränke und Kleinigkeiten vor, bevor Christian und ich Marks Rad und andere Dinge, die wir nicht mehr brauchten, in den Klassenraum manövrierten. Im Anschluss machten wir es uns im Pavillon bequem. Es war ein komisches Gefühl als erste und vor allem einzige Betreuerin an der Laufstrecke zu sitzen… So langsam schlich sich die Müdigkeit ein, gerade die Morgendämmerung ist eine tückische Zeit. Mark ging es genau so. Ihm fielen die Augen zu und er wartete sehnlich auf den Tagesanbruch und das Ende der Dämmerung. Mit viel Red Bull versuchte er wach zu bleiben und keine Pause einzulegen, ich trank ebenfalls einen Energydrink und versuchte in Bewegung zu bleiben.

Inzwischen waren die ersten Verfolger auf der Laufstrecke und es wurde langsam taghell. Mark und ich hatten beide zum Glück dann unseren toten Punkt überwunden. Zwischenzeitlich war auch Stefan Chares soweit wieder fit, dass er tatsächlich seinen Wettkampf fortsetzen konnte – einfach klasse! Matthias ging es hingegen wieder schlechter und er spielte mit dem Gedanken den Wettkampf abzubrechen. Martin tauchte nach seiner langen Schlafpause auch wieder auf und setzte sein Rennen fort. Er hatte einiges aufzuholen, da er etwa 6 Stunden geschlafen hatte.

Während ich mir ein kleines Frühstück gönnte, beendete Carsten das Radfahren und Bettina gesellte sich zu mir. Matthias beschloss schließlich das Rennen abzubrechen, da keine Besserung in Sicht war. Schade, aber sicher vernünftig! Mark drehte fleißig seine Runden und die Anzahl seiner Verfolger nahm zu. Ich beschloss kurz nach Hause zu fahren und mich frisch zu machen. Heiko hielt in der Zeit für mich die Stellung und versorgte Mark. Nach einer Dusche und einer 15-minütigen Ruhepause war ich wieder fit und fuhr zurück zum Schützenplatz. Unser Team war inzwischen wieder komplett, alle hatten ihre Schlafpausen beendet. Gegen Mittag war Roland dann fertig mit dem Radfahren, Martin hingegen hatte noch unendlich viele Runden vor sich… Auch Stefan beendete gegen Mittag das Radfahren und wir beschlossen, dass wir seine Sachen bei uns deponieren und uns weiter um ihn kümmern.

Die Laufstrecke füllte sich und es war wieder extrem heiß! Mark freute sich natürlich darüber, da er kein Problem mit der Hitze hatte. Inzwischen waren seine ursprünglichen Verfolger Ghislain und Arnold zurückgefallen, stattdessen waren nun Casper Ludvigsen und Michael Steger hinter ihm. Da wir beide nicht kannten, konnten wir leider nicht einschätzen, inwieweit sie Mark "gefährlich" werden konnten. Ich behielt die beiden im Auge und stoppte deren Rundenzeiten. Und von weiter hinten kam zusätzlich Emmanuel Conraux, der extrem Gas gab auf seinen ersten Runden. Mark konnte aber seinen Abstand auf Casper und Michael gut halten, so dass mir zwischenzeitlich der Gedanke kam, dass Mark wirklich gewinnen kann! Das war mir vorher nicht wirklich bewusst gewesen, da der Wettkampf noch so lang war und bei 3 Marathons noch viel passieren kann. Aber plötzlich wuchs die Chance auf den Sieg von Runde zu Runde, der Gedanke daran machte mich echt stolz und glücklich. Trotzdem versuchte ich diese Gedanken zu verdrängen, da der Weg noch weit war…

Martin drehte unterdessen immer noch seine Radrunden, mittlerweile war er der letzte auf der Radstrecke und wurde von Janos und Krista sowie von Bernd und Christian begleitet. Carsten klagte währenddessen über Blasen an den Füßen und musste sogar vom Arzt behandelt werden. Ihm mussten riesige Blasen unter der Fußsohle weggeschnitten werden, so dass Carsten danach kaum auftreten konnte und an Aufgabe dachte. Seine Aussage machte mich traurig, da er bis dahin ein tolles Rennen gemacht hatte. Schließlich ließ er sich aber nicht so leicht unterkriegen und versuchte es nochmal. Roland und Stefan ging es gut, beide liefen brav ihre Runden. Am frühen Abend beendete dann auch Martin das Radfahren, so dass wir nun komplett waren.

Bei den Frauen führte Manuela souverän, sie hatte bereits einige Runden Vorsprung auf Sarka. Bei den Männern schob sich zusätzlich Marc-Andre Kellner immer weiter nach vorne, der ein tolles Rennen machte! An der Spitze lag weiterhin Mark, gefolgt von Casper. Michael Steger musste sich geschlagen geben und verlor den Anschluss. Stattdessen hatte sich ein weiterer Däne, Martin Qvist, auf Platz 3 vorgearbeitet. Schließlich wurde immer deutlicher, dass Mark der Sieg nicht mehr zu nehmen war! Ich wurde von Runde zu Runde aufgeregter und nervöser und konnte es irgendwie noch gar nicht glauben… Die drittletzte Runde begleitete ich Mark und Manuela, die gerade gemeinsam ein paar Runden drehten. Die vorletzte Runde setzte ich nochmal aus, um noch ein paar organisatorische Dinge zu regeln.

Währenddessen fing es furchtbar an zu regnen, ausgerechnet kurz vor Marks Zieleinlauf. Zum Glück fand Mark das auch extrem blöd und stellte sich unterwegs zunächst unter und wartete, dass der Regen schwächer wurde. Und dann war es soweit: letzte Runde! Mark und ich liefen gemeinsam über den Schützenplatz, wo er die Deutschlandfahne in Empfang nahm. Hinter uns unzählige Kinder, die alle mitlaufen wollten. Ich hatte ein dickes, fettes Grinsen im Gesicht, es war einfach unglaublich. Noch auf dem Schützenplatz gratulierten die ersten Athleten und Betreuer, dann ging es ab auf die Ehrenrunde, die live im Internet übertragen wurde. Unterwegs mussten wir natürlich ständig anhalten, da Mark unzählige Glückwünsche entgegen nahm. Leider fing es dann auch wieder an zu regnen, was mir aber in dem Moment vollkommen egal war.

Als wir schließlich am Eingang des Schützenplatzes wieder ankamen, ertönte "The final countdown". Ich bekam schlagartig eine riesige Gänsehaut! Ich kann kaum in Worte fassen, was ich in dem Moment alles gefühlt habe. Es war eine Mischung aus Stolz, unendlicher Freude und Glück! Nach den letzten Metern standen wir schließlich vor der Ziellinie – bei dickem Applaus und einem regelrechten Blitzlichtgewitter nahm Mark mich in den Arm. So standen wir da und genossen einfach den Augenblick, bevor wir zusammen die Ziellinie überquerten und das Zielband in die Höhe rissen. Dann brach es aus mir heraus, die Freudentränen liefen, ich war so unendlich stolz und happy. Mark nahm mich in den Arm, drückte mich fest und bedankte sich für alles. Ich gratulierte ihm zu seiner tollen Leistung, soweit das in meinem Zustand möglich war. Das Team stand natürlich auch im Zielbereich und freute sich mit uns, bei Ilana liefen ebenfalls die Tränen… Nachdem alle Teammitglieder auch gratuliert hatten, gab es noch eine Flasche Sekt von Matthias. Danach kam endlich Bernhard zu Wort und konnte das obligatorische Interview mit dem Sieger führen. Mark bedankte sich bei uns allen und sagte, dass ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen sei.

Der Regen wurde derweil immer stärker, wir waren alle schon ziemlich nass. Mir war es irgendwie egal, ich war völlig "geflasht" von dem Augenblick und den vielen Emotionen. Nach dem Interview folgte natürlich noch das Teamfoto, bevor Heiko und ich dann Mark ins Massagezelt begleiteten. In dem Moment folgte ein regelrechter Platzregen mit Sturm und Hagel. Man hatte das Gefühl, dass die Welt untergeht! Mark lag auf der Liege und ließ sich massieren, während der komplette Schützenplatz relativ schnell unter Wasser stand. Ausgerechnet bei diesem Unwetter kam dann der Zweitplatzierte Casper Ludvigsen ins Ziel, der konnte einem wirklich leid tun…

Als der Regen endlich nachließ, wurde das Ausmaß des Unwetters deutlich: kaputte Zelte, überflutete Straßen und so weiter. Unsere beiden Pavillons standen auch komplett unter Wasser, alles war nass! Es gab einfach nichts mehr, was noch trocken war. Ilana und ich fragten uns wie wir bloß die zweite Nacht überstehen sollen??? Zusätzlich erfuhr ich dann, dass Carsten den Wettkampf abgebrochen hat, da seine ohnehin schon ledierten Füße nun auch noch total durchgeweicht waren – schade.

Wir versuchten dann ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen. Unter anderem brachte ich alle Sachen von Mark ins Auto, damit wir mehr Platz hatten. Währenddessen pumpte die Feuerwehr das Wasser in den Straßen ab. Auf der Hauptstraße hätte man Schlauchboot fahren können, einfach unfassbar! Irgendwann bemerkte ich, dass ich auch komplett durchnässt war. Aber an duschen und umziehen war noch nicht zu denken, da ich Mark zunächst in sein Zimmer bringen musste. Ich brachte ihm eine dicke Jacke und begleitete ihn zum Auto. Da die Hauptstraße gesperrt war, musste ich einen Umweg fahren. Als wir an der Schule ankamen, lud ich Marks Sachen aus, er bewegte sich langsam in seinen Klassenraum. Inzwischen war mir ganz schön kalt und die durchnässten Füße waren absolut ekelhaft! Dann überließ ich Mark sich selbst, da ich mich schnellstmöglich umziehen wollte.

Ich fuhr kurz zum Schützenplatz zurück, um meine Sachen zu holen. Da Marc-Andre gerade auf seine letzte Runde ging, wartete ich noch kurz bis zu seinem Zieleinlauf. Danach fuhr ich schnell nach Hause, duschte heiß und zog mich um. Anna und Christian verabschiedeten sich währenddessen und fuhren zurück nach Braunschweig. Meine Mam hatte den ganzen Keller unter Wasser und war erstmal anderweitig beschäftigt.

Ich fuhr zurück zum Schützenplatz und gesellte mich zu Dani, Udo, Matthias und Heiko. Ilana und Nils hielten die Stellung an unserem Stand, nachdem sie auch schnell geduscht und sich umgezogen hatten. Ich war ja nun mehr oder weniger "arbeitslos", wollte aber natürlich trotzdem in der zweiten Nacht weiter helfen, da ja noch Martin, Roland und Stefan auf der Strecke waren. Dennoch war es mal ein ganz neues Gefühl, sooo früh fertig zu sein. Daher trank ich erstmal ein Radler und saß mit den anderen an der Strecke. Nils kam auch noch dazu, es war eine sehr lustige Runde. Wir schauten uns weitere Zieleinläufe an, unter anderem von Pascal Correc und seinem Team, Ilana kümmerte sich in der Zeit um Stefan und Roland. Martin wollte erneut schlafen gehen, was Heiko ihm vehement ausreden wollte. Martin ließ sich aber von seinem Vorhaben nicht abbringen und legte sich schlafen, obwohl es nun für ihn extrem eng werden würde.

Dani, Udo und Matthias wollten dann irgendwann schlafen gehen, also lösten wir unsere lustige Runde auf. Ich begleitete dann Martin Rauch ein paar Runden mit dem Fahrrad, der sich bereits auf seinen letzten Runden befand. Ilana lief währenddessen mit Stefan, Nils fuhr nach Hause zum Schlafen und Heiko kümmerte sich um Roland.

Schließlich ging auch Martin Rauch auf seine letzte Runde. Er kam mir mit der Fahne entgegen und fiel mir mit den Worten "Danke, dass du mich dazu überredet hast." um den Hals. Dann lief er mit Jürgen seine letzte Runde, ich wartete im Ziel auf ihn. Gegen 4.00 hatte es er dann geschafft, freudig und gerührt überquerte er die Ziellinie. Ich hätte direkt wieder mitweinen können, weil ich mich so für ihn gefreut habe.

Im Anschluss beschloss ich, dass es gut wäre, auch mal ein wenig zu schlafen, nachdem ich nun schon fast 48 Stunden wach war... Ich stellte mir eine Liege in unseren Pavillon und machte es mir dort gemütlich. Ich stellte mir einen Wecker auf 7.00, da dann etwa die nächsten Zieleinläufe folgen würden, bei denen ich gerne dabei sein wollt (Jens Laudenbacher und Manfred Matschke). Ich schlief sofort ein, da ich inzwischen doch ziemlich müde war. Als ich durch meinen Wecker um 7.00 wach wurde, war Mark bereits wieder da und saß mit Heiko bei uns im Pavillon. Wie geplant folgten dann auch bald die Zieleinläufe von Jens und Manfred, bei denen ich dann natürlich dabei war.

Martin lief inzwischen auch wieder nach seiner Schlafpause. Allerdings wurde relativ schnell klar, dass er die vielen Runden nicht mehr im Zeitlimit schaffen würde. Also beschloss er den Wettkampf abzubrechen. Somit war Martin der dritte aus unserem Team, der den Wettkampf nicht beendet hat – so was hatten wir bis jetzt auch noch nicht gehabt!

An der Spitze bei den Frauen hatte sich inzwischen ein regelrechter Krimi angebahnt: Sarka kam immer näher, da Manuela keine Kraft mehr hatte und nur noch gehen konnte. Also galt es nun Manuela besonders anzufeuern, damit sie den Sieg vielleicht doch noch ins Ziel retten kann. Jede Runde, die sie über den Schützenplatz lief, motivierten wir Manuela mit dicken Anfeuerungsrufen. Schließlich sammelte sie ihre letzten Kräfte zusammen und fing wieder an zu laufen! Einfach klasse! Tatsächlich reichte es knapp, so dass Manuela mit ihrem Team als 1. der Frauen die Ziellinie überquerte. Es war ein sehr schöner Moment – die Freude bei Manuela war natürlich riesig, Maja und Celina weinten vor Glück und Pascal war der pure Stolz ins Gesicht geschrieben.

Etwa 3 Stunden später ging dann auch Roland auf seine letzte Runde. Heiko begleitete ihn und machte Fotos. Ich ging Roland entgegen und fing ihn gemeinsam mit Ilana kurz vor dem Schützenplatz ab. Zusammen mit Ilana und mir lief Roland dann ins Ziel und hatte somit sein 11. Finish in Folge geschafft! Respekt! Im Ziel widmete Roland sein Finish Mark, da die beiden sich sehr gut verstehen. Im Anschluss folgten natürlich noch Teamfotos, bevor Roland sich dann schlafen legte.

Nun fehlte nur noch Stefan aus unserem Team, der auch wenig später mit Ilana auf seine letzte Runde ging. Zusammen mit seiner Tochter Joel, Ingo Fischer und Team und Ilana beendete Stefan nach über 54 Stunden seinen Wettkampf. Wir haben uns alle so sehr für ihn gefreut, da das Rennen für ihn besonders hart war. Wer hätte Freitagnacht gedacht, dass Stefan am Sonntag so munter finishen wird – wahrscheinlich kaum jemand. Hochachtung vor dieser Leistung!

Da aus unserem Team jetzt niemand mehr unterwegs war, bauten wir langsam unsere Pavillons ab. Nebenbei schauten wir uns natürlich weitere Zieleinläufe an, zum Beispiel von Stephan Mayer, der von Jörg und seiner Familie die "goldene Melone" verliehen bekam. Kurz danach folgte der Zieleinlauf von Alexandra Meixner, die putzmunter ins Ziel hüpfte, als wäre nichts gewesen.

Im Anschluss fuhren Heiko und ich kurz nach Hause. Ich ruhte mich etwa 1 Stunde aus und machte mich frisch. Die erste Traurigkeit flackerte kurz auf, dass nun fast wieder alles vorbei ist… Wie schnell das Wochenende schon wieder vergangen war!

Um 18.30 folgte die Siegerehrung. Nach zahlreichen Fotos und den ersten Verabschiedungen gingen wir alle gemeinsam essen. Miriam, Lars und Lucy gesellten sich dazu. Es war eine lustige Runde, in der natürlich das Hauptthema die vergangenen Tage waren. Ilana und Nils verabschiedeten sich dann gegen 21.00, da Ilana am nächsten Tag arbeiten musste. Etwa eine Stunde später lösten wir unsere Runde auf. Ich verabschiedete mich von Carsten und Bettina, bevor ich mit Heiko, Mark, Martin, Matthias und Familie König-Rau zum Bierwagen ging, wo noch das halbe Orga-Team und einige andere saßen.

Leider waren die Österreicher nicht mehr da. Da ich mich aber unbedingt von ihnen verabschieden wollte, fuhr ich nochmal schnell zur Schule und klopfte bei Martin und Jürgen. Zum Glück schliefen sie noch nicht, so dass wir uns noch voneinander verabschieden konnten. Sie hätten gerne noch ein Bierchen mit uns getrunken, aber sie mussten am nächsten Tag früh aufstehen und zurück nach Österreich fahren.

Zurück auf dem Schützenplatz vernichteten wir dort die Bier- und Schnapsvorräte. Zwischendurch verabschiedete ich mich noch von Familie Correc, die auch lieber ins Bett wollte, anstatt noch ein wenig mit uns zu feiern. Die Zeit verging relativ schnell und plötzlich war es schon Mitternacht und ich hatte Geburtstag! Alle sangen für mich und gratulierten mir herzlich. Henning vom Orga-Team hielt eine kurze Rede, die mich sehr gerührt hat. Er bezeichnete mich als absoluten Lensahner Edelfan und "verlieh" mir dafür eine IUTA Medaille. Es ist doch immer wieder schön im Kreise der Ultra-Familie seinen Geburtstag zu feiern!

Dani und Udo kamen auch noch dazu, genau wie Ingo mit seinem Team. Es war ein schöner Abend, aber langsam wurde ich wirklich müde… Gegen 2.00 wurde die heitere Runde aufgelöst. Ingo lud noch ein bei sich weitere Alkoholvorräte zu vernichten, Heiko und ich beschlossen aber nach Hause zu fahren. Der Akku war einfach leer… Zu Hause fielen wir k.o. ins Bett, innerhalb von Sekunden bin ich eingeschlafen.

FAZIT: Von allen 22 Veranstaltungen in Lensahn war der Triple 2013 einer der schönsten und emotionalsten! Es war ein Wochenende voller Höhen und Tiefen, mit tollen Wiedersehen, neuen Bekanntschaften, extremen Wetterbedingungen und unendlich vieler Eindrücke. Der absolute Höhepunkt war natürlich der Sieg von Mark – ich bin sehr glücklich und stolz, dass ich dabei war!