Ultra-Projekt 2015 - 13 Langdistanzen in 14 Wochen!

Ultra-Projekt 2015 geschafft und ich bin es auch. Das könnte schon das Fazit sein, allerdings hatte ich auch neun schöne Erlebnisse. Herauszuheben sind natürlich der Sieg bei der doppelten Langdistanz in Emsdetten, der verschenkte Sieg in Hannover oder aber auch die Anerkennung durch meine Teamkollegen nach der letzten Veranstaltung in Köln.

Von ihnen bekam ich ein Bild mit Widmung und Fotos aus diesem Wettkampfjahr zusammen mit einer Krone und einem Pokal "König der Langdistanzen"! Zudem widerfuhr mir viel Unterstützung durch kostenfreie Übernachtungen, Support während der Wettkämpfe durch Freunde oder auch freien Startplätzen durch die Veranstalter.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Projekt, umgerechnet 13 Langdistanzen in 14 Wochen zu bewältigen, eine sportliche, finanzielle und teilweise auch logistische Herausforderung mit vorwiegend positiv prägenden Eindrücken war. Von den sechs "normalen" Langdistanzen waren fünf Neuland und ich wahnsinnig gespannt was mich an den Schauplätzen erwarten würde. Lediglich in Frankfurt war ich zuvor fünfmal gestartet. An den Ultra-Triathlons (Emsdetten, Lensahn und Murska Sobota) war ich zuvor ebenfalls schon mehrfach gestartet.

Die Frage, ob ich es wieder tun würde, muss ich jedoch nahezu verneinen. Zu groß ist der Aufwand zwischen den Wettkämpfen und auch finanziell kaum zu bewältigen. Einzige Ausnahme: Ich finde einen Sponsor für dieses Projekt und es gibt keine zeitlichen Überschneidungen wie in diesem Jahr, als ich an beiden Triathlons in Berlin und Moritzburg nicht teilnehmen konnte.

Die Frage, welcher wohl der härteste Wettkampf gewesen sei, beantwortet sich, nimmt man nur die Endzeiten als Maßstab, von selbst. Beim letzten Akt in Köln war ich rund 90 Minuten langsamer als noch zu Beginn im Juni in Hannover. Auch beim einzigen Triathlon im Ausland, nämlich im slowenischen Murska Sobota zwei Wochen zuvor, befand sich mein Körper schon während des Schwimmens im "Ausnahmezustand". Mit Mühe "schleppte" ich mich nach rund 27 Stunden ins Ziel. Die Endzeit gegenüber des Double-Ultra-Triathlons in Emsdetten Mitte Juni war hier rund dreieinhalb Stunden langsamer.

Alles eine Frage der Regeneration, könnte man konstatieren. Es ist aber auch eine Frage der Motivation, nahezu Woche für Woche an den Start zu gehen – aber auch der Vernunft, seinem Körper ausreichend Ruhe zu gönnen. Letzteres viel mir nicht schwer. Trainiert hatte ich seit Juni nicht mehr. Die Pausen zwischen den Wettkämpfen nutzte ich konsequent als Ruhephasen.

Auffallend unterschiedlich waren natürlich die Startgelder, als auch die Teilnehmerzahlen. Die günstigste Langdistanz in Niedersachsens Hauptstadt lag bei 138 Euro; 570 Euro kostete die Hitzeschlacht beim Ironman in Frankfurt. Bei der Anzahl der Einzelstarter wurde die Bankenstadt (3000) nur durch den Klassiker im fränkischen Roth knapp übertroffen. Ganz anders sah das Bild in der Lausitz oder in Hannover aus. Wie von den Ultra-Veranstaltungen gewohnt, stand ich dort mit rund 40 Mitstreitern an der Startlinie.

Zu den neuen Erfahrungen, nach bereits 31 erfolgreich beendeten Langdistanzen, gehörten das Kanalschwimmen in Hannover und Roth oder die Landstarts in Frankfurt und Lohsa. In der Lausitz erschwerte starker Nebel die Sicht auf die Bojen im See. Das Umziehen in Wechselzelten (Frankfurt und Roth) kannte ich bis dahin ebenfalls nicht. In der 41. bzw. 42 Langdistanz ereilte mich das Schicksal eines Plattfußes zum ersten Mal. Ein Novum auf das ich gerne verzichtet hätte. Eine Wettkampfbesprechung 15 Minuten vor dem Start (Köln) war für mich genauso neu, wie die Pflicht seine Nudeln bei der Pasta-Party (Lohsa) extra bezahlen zu müssen. Einziger Wettkampf ohne Medaille blieb der Limmer Wasserstadt Triathlon.

Neben zwei dritten Plätzen in meiner Altersklasse (Lohsa und Murska Sobota), konnte ich in Hannover den zweiten Platz gesamt einfahren. Beim Double-Ultra-Triathlon in Emsdetten überquerte ich gemeinsam mit Richard Widmer den Zielstrich als erster. Ebenfalls zusammen mit Richard gehöre ich seit diesem Jahr zu den weltweit einzigen beiden Triathleten, die in Deutschland eine doppelte und eine dreifache Langdistanz (Lensahn 2013) gewinnen konnten. Einen Athleten, der alle Langdistanzen und die beiden Ultra-Triathlons in Deutschland erfolgreich beenden konnte, gab es bisher auch nicht.

Mein Dank gilt neben meinen Betreuern Nadine, Heiko, David, Rudi, Holger, Tanja, Thorsten, Mike, Hartmut, Margret, Alenka, Tomaz, Angela, Rene den Organisatoren des CCTW in Köln (Uwe Jeschke und Melanie Graf) und des OstseeMan in Glücksburg (Reinhard Husen) für die kostenfreien Startplätze.

An Startgeldern entrichtete ich somit insgesamt 2508 €. Die Kosten für Auto, Kraftsstoff, Vignetten, Maut und Hotel beliefen sich auf weitere 2285 €. Die Gesamtzeit für alle Wettkämpfe betrug 160:24:58 Stunden, was einer Durschnittszeit pro Langdistanz von 12:20:23 Stunden entspricht. Die An- und Abfahrts-Kilometer bertugen insgesamt 6373.

 

DatumVeranstaltung/OrtStartgeldReise-KMZeitRang/vonRang AK
06.06.2015 LWT, Hannover 138 € 708 10:09:27h 2/35 1
13./14.06.2015 DUT, Emsdetten 290 € 612 22:33:30h 1/52 -
05.07.2015 Ironman, Frankfurt 570 € 0 11:02:46h 451/3064 83
12.07.2015 Challenge, Roth 510 € 526 10:37:11h 475/3410 82
24.-26.07.2015 TUT, Lensahn 500 € 598 45:14:17h 9/41 -
02.08.2015 OstseeMan, Glücksburg - 817 11:00:00h 123/360 24
21./22.08.2015 DUT, Murska Sobota 270 € 1642 27:07:41h 14/34 3
29.08.2015 KnappenMan XXL, Lohsa 230 € 1092 10:56:52h 22/44 3
06.09.2015 CCTW, Köln - 378 11:43:14h 79/200 19