Langdistanz "Wasserstadt Limmer Triathlon" 07.06.2015 in Hannover

Ein kleines Starterfeld von nur 53 Athleten auf der Langdistanz, eine äußerst improvisierte Wettkampfbesprechung gemischt in deutscher und englischer Sprache und ein unschlagbar niedriges Startgeld von nur 138 EUR charakterisieren diesen Wettkampf in Niedersachsens Hauptstadt.

Das Schwimmen im Kanal ist denkbar einfach, einzig das "Gestrüpp" hängt einem teilweise im Gesicht. Nach 2 Runden zu je 1900 Metern komme ich zusammen mit meinem temporären "Schwimmpartner" als 4. aus dem Wasser. Wir unterhalten uns kurz über die Zeit von 1:05 Stunden – für uns beide nicht Fisch, nicht Fleisch.

Die Hektik in der Wechselzone bei einer Langdistanz fällt auf. Bei den Ultra-Distanzen geht es doch wesentlich gemütlicher zu. 6 Runden zu je 30,4 km warten nun. Der schnelle, flache Parcours lädt zum Rasen ein. Der Versuch vernünftig zu fahren, um in der drauffolgenden Woche beim Double-Ultra-Triathlon in Emsdetten eine gute Leistung erbringen zu können, scheitert zunächst. 2 Runden - 36er-Schnitt, 4 Runden immer noch knapp 35km/h durchschnittlich. Die letzten beiden Runden fahre ich konsequent langsam; Radzeit rund 5:20 Stunden. Von unseren Supportern Rudi, Tanja und Holger – aus unserem Sportshop Triathlon-Team sind neben mir noch 4 weitere Starter auf der Mitteldistanz unterwegs – erfahre ich, dass ich als 6. vom Rad gestiegen sei.

Es warten wie beim Ironman in Frankfurt 4 Runden zu je 10,5 Kilometer auf mich. Auf der äußerst verwinkelten Strecke weisen weiße Pfeile den Weg. Wechselnder Untergrund auf Straßen und Parkwegen sowie Treppenstufen zwischendurch heben den Anspruch deutlich. Nur in der ersten Runde laufe ich zügig und überhole schon nach wenigen Kilometern 2 Mitstreiter. Ich denke an den für mich wichtigeren Wettkampf in der darauffolgenden Woche und drossele das Tempo auf 5:10 – 5:20 Minuten pro Kilometer.

Der führende Läufer kommt mir zur Halbzeit entgegen. Sein Vorsprung misst rund 20 Minuten. Da im Verlauf des Wettkampfes die Mitteldistanzler und Quadrathleten auf die Strecke stoßen, wird es unübersichtlich für mich. So merke ich nicht einmal, dass ich den bis dahin 3. und 2. überhole. Mit einem Lächeln im Gesicht und in der Annahme 4. geworden zu sein, erreiche ich nach 10:09 Stunden den Zielbogen. Mein Team feiert mich und ruft mir zu, dass ich gar 2. sei. Zunächst Freude, bis im Nebensatz fällt, dass der Sieger gerade einmal 2 Minuten vor im Ziel war. Nun Ärger – wie leicht wäre es gewesen eine Langdistanz zu gewinnen, hätte ich doch locker schneller laufen können.

Trotz allem überwiegt die Freude über den tollen Start in mein Ultra-Projekt 2015. Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass eine Zeit um 10 Stunden für ein solch tolles Ergebnis reichen könnte. In den Vorjahren waren immer zig Athleten deutlich unter 10 und teilweise unter 9 Stunden im Ziel. Kurze Zeit später kommen aus unserem Team, aufgrund unterschiedlicher Startzeiten, noch Janina und Jana ins Ziel – die Finisher-Quote beträgt so 100%.

Mein Dank gilt Tanja und Rudi Kühn für die Gastfreundschaft. Daneben schlug Rudi sich den kompletten Tag für mich um die Ohren, feuerte an, knipste Bilder und machte Videos. Danke an Holger und Tanja Hein für die Zwischenstände, Anfeuerung und Fotos. Es war ein geiles Wochenende!

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