Double-Ultra-Triathlon 22.08.-24.08.2013 in Murska Sobota/Bakovci

Double-Ultra-Triathlon 2013 Murska SobotaAutopacken am Donnerstagmorgen; nur das Nötigste für Wettkampf und Übernachtung im Zelt kommt mit. Zusammen mit Andreas, der das Spektakel rund um die Ultra-Triathlon-Szene „live und in Farbe" erleben will, fahren wir die rund 800 Kilometer gen Slowenien zum sechsten von insgesamt acht Wettkämpfen der Ultracup-Serie.

Punktgenau zur Wettkampfbesprechung und Startnummernausgabe treffen wir abends im kleinen Ort Murska Sobota ein. Gleich im Anschluss findet die Nationenparade statt, eingeläutet mit einem Fallschirmabsprung des Veranstalters Miran Veres. Pasta-Party und Zeltaufbau bilden den Rest unseres Abendprogramms.

In der folgenden Nacht finde ich kaum Schlaf – zu laut ist ein Stromaggregat. Diebe machen sich an unseren Autos zu schaffen, bis sie den Kleinbus der Österreicher neben uns öffnen. Der darin zunächst schlafende Hund und Diebe stehen sich für einen kurzen Augenblick gegenüber, bis diese den ungeordneten Rückzug antreten. Kaum wieder eingeschlafen, kommen ein Duzend Arbeiter gegen 5.00 Uhr, um die großen Partyzelte für die Veranstaltung aufzubauen.

Der Wettkampf an sich ist schnell erzählt: Ungewöhnlich ist, dass er gegen 16.00 Uhr nachmittags startet. Geschwommen wird dabei ein Dreieckskurs in einem glasklaren See. Eine tolle Sache, wie ich finde, allerdings auch anspruchsvoll.

Mit Übelkeit und Kopfschmerzen steige ich aufs Rad und büße schon auf den ersten Kilometern meinen 2. Platz ein. Bis Kilometer 150 brauche ich, um endlich in Schwung zu kommen. Bis dahin habe ich durch die Führenden schon zig Überrundungen auf dem kleinen und komplett flachen 3,4-km-Rundkurs hinnehmen müssen. Doch nun kann ich endlich mithalten und verliere zumindest nicht weiter an Boden.

Jedoch bin ich durch den Schlafentzug der vorangegangenen Nacht nun schon in der zweiten Nacht und nach rund 220 km holt mich die Müdigkeit ein. Der Versuch im Versorgungszelt zu schlafen, scheitert nach einer knappen Stunde an einem heftigen Gewitter. Wieder habe ich kaum geschlafen. Dennoch kann ich mich nur durch Ruhen wenigstens soweit erholen, dass ich ohne Probleme weiterfahren kann.

Mittlerweile auf den vorletzten Platz zurückgefallen, fahre ich die restlichen Kilometer im Dauerregen zu Ende. Die Vorzüge meines Zeitfahrhelms kommen nun voll zum Tragen, denn mein Kopf bleibt wind- und wassergeschützt. Nach 18:20 Stunden komme ich in die Wechselzone, wo Andi schon auf mich wartet. Mir gegenüber sitz Guy Rossi (65 Jahre alt!), der nach 2 Laufrunden in diesem Moment aufgegeben hat. Wie sich herausstellt, hat er sich beim Sturz mit dem Rad ein Schlüsselbein gebrochen. Umgezogen geht es aus dem Zelt heraus wieder ins Nasse.

Wie das Radfahren findet auch dieser Teil im kleinen Ort Bakovci statt jedoch auf einem 1,5 km langen Kurs. Den ersten Marathon lege ich ebenfalls im Dauerregen zurück. Meine Füße bleiben ob der guten Präparation nahezu blasenfrei und so kann ich wenigstens schmerzfrei Runde um Runde nehmen. Im Verlauf kann ich mich bis zum Ende noch auf Platz 10 vorarbeiten, was ich für mich als Erfolg verbuche. Gegen 23:00 Uhr überquere ich zusammen mit Andi, welcher ebenfalls ganze Arbeit obgleich der widrigen Bedingungen geleistet hat, die Ziellinie.

Mein Dank gilt ihm, der mich rund um die Uhr hervorragend betreute, Manfred Matschke für den Pavillon sowie Wettkampfinfos und dem Veranstalter Miran Veres für das spontan organisierte Frühstück am Morgen nach dem Wettkampf. Den Wettergott schließe ich von Danksagungen aus.