Marathon 10.05.2009 in Mainz

Zu meinem Startplatz kam ich am Samstag eher zufällig, da ein über Ecken befreundeter Läufer absagen musste. Da ich mich, weil mitten in der Wettkampfvorbereitung, auf keine Zielzeit festlegen konnte sowie Alex und Micika einen Hasen suchten, der sie unter 4 Stunden ins Ziel bringt, nahm ich dieses Angebot gerne an. Denn - was kann schöner sein, als von zwei hübschen Mädels eingerahmt über den Asphalt zu flitzen?

So geht es Sonntag um 8:00 Uhr gen Mainz zur Rheingoldhalle. Das Prozedere ist ja mithin bekannt: Umziehen, Beutel abgeben und ab in den Startblock. Nur wenige Minuten vergehen bis zum Start um 9:30 Uhr. Unser Plan ist, die ersten 10 Kilometer einen Minutenschnitt von 5.45 zu laufen, was natürlich auch prompt misslingt. Wir sind viel zu schnell unterwegs. Die ersten 10 KM meistern wir in 54.25 Minuten, was einem Schnitt von 5.27 pro Minute entspricht. Aber diese Zeit nimmt uns keiner mehr!

Meine Aufgabe ist leicht: Wasser für mich und die Mädels holen, damit sie nicht ins Getümmel an den Verpflegungsständen müssen und so Kraft und Zeit verlieren. Zudem halte ich das Lauftempo von nun an konstant. Bei Kilometer 18 mache ich dann auch mal eine neue Erfahrung. Während ich mit Trinkbechern nach Alex und Micika Ausschau halte kreuzt spontan ein Läufer vor mir. Bei meinem Ausweichversuch gelange ich zu nah an ein Absperrgitter, welches die Straße teilt, und bleibe mit meinem Fuß am Ende hängen. Da liege ich auch schon der Länge nach auf dem Asphalt. Ich rappele mich schnell wieder auf, stelle außer Schürfwunden an linkem Knie und Händen nichts Dramatisches fest und weiter geht's.

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Die Halbmarathonzeit deutet auf eine ungefähre Endzeit von 3:52 Stunden hin. All meine Versuche die beiden zu bremsen bleiben erfolglos. Mit konstant hohem Tempo geht es auch die nächsten 10 Kilometer weiter. Jedoch flucht Micika schon des Öfteren und betont wiederholt, dass sie nicht daran glaube es zu schaffen - leider. Nun kommt der schwierige Teil unserer Mission. Ich muss mir ständig neue Motivationshilfen für sie einfallen lassen. Aber auch dies gelingt - den dritten 10-Kilometer-Abschnitt, immerhin der mit den beiden Brücken-Anstiegen, laufen wir in 54.21 Minuten.

Alex, die ab Kilometer 33 stetig ein paar Meter vor uns läuft, lasse ich ab KM 36 ziehen, da sie einen wirklich guten Eindruck macht. Sie erreicht das Ziel in sensationellen 3:48.50 Stunden. Micika und ich laufen weiterhin konstantes Tempo. Das 41-Kilometerschild entlockt ihr erstmals seit längerer Zeit wieder ein Lächeln. Ein Lächeln, das auch mir zeigt, dass sie wieder daran glaubt, das Ziel zu erreichen, wobei ich daran bei beiden zu keiner Zeit zweifelte. Und auch sie passiert den Zielstrich in einer fantastischen Zeit, nämlich nach 3:50.57 Stunden; und dies bei ihrer Premiere über 42,195 Kilometer. Festzuhalten bleibt auch, dass Alex und Micika den zweiten Halbmarathon schneller gelaufen sind, als die ersten 21,1 Kilometer - Respekt!

Was gibt es nun schöneres, als von zwei hübschen Mädels eingerahmt über den Asphalt zu flitzen? In die vor Glück strahlenden Gesichter zweier Marathon-Finisher gucken zu dürfen, die ihre sportlichen Ziele bei weitem unterboten, ist um ein vielfaches schöner. Mein Dank gilt Holger, der übrigens nach 3:47.49 Stunden das Ziel erreichte, Caroline und Alexander für das Überlassen der Startnummer.