Marathon 29.10.2006 in Frankurt

Während der Fußball-WM rauchte ich meine letzte Zigarette. Zahlreiche Trainingsläufe habe ich seitdem absolviert, aber eben keinen über die Marathon-Distanz. Etwa 170 Laufkilometer monatlich und drei Einheiten über 35 Kilometer geben mir die Sicherheit, daß ich heute mein Ziel erreichen werde. Soweit die Theorie - wie wird es in der Praxis aussehen?

Die Wahl meiner Schuhe fällt auf den DS Trainer 2006 von Asics, einem Leichtgewicht unter den Laufschuhen. Dazu ein langärmeliges Laufshirt, da es mir mit 13 Grad Celsius mal wieder viel zu kalt ist. Meinen Pulsgurt lasse ich bewußt zu Hause, um nicht ständig auf die Uhr gucken zu müssen und dadurch für zusätzliche Ablenkung zu sorgen. Vier Powerbar-Gels verstaue ich in meiner Hose, um gegen Ende des Laufs noch über einen Nachschub an Kohlenhydraten verfügen zu können.

Mein Start erfolgt aus dem Skoda-Block, dem Startblock derer, die ihre Zielzeit bei der Anmeldung mit bis zu vier Stunden angegeben haben. Da habe ich mich entweder unterschätzt oder bin einfach zu ehrlich gewesen - wahrscheinlich beides. So kommt es dazu, dass ich auf den ersten 13 Kilometern fast ausschließlich mit Überholvorgängen konfrontiert bin. Das kostet viel Kraft. Um Kilometer 20 herum merke ich, dass ich viel zu schnell unterwegs bin, nämlich deutlich unter fünf Minuten pro Kilometer, was einer Endzeit von unter 3:31 Stunden entspricht. Was nun? Soll ich das Tempo rausnehmen, um nicht eventuell erfahren zu müssen wie es ist, wenn der "Mann mit dem Hammer" um Kilometer 30 auf mich eindrischt oder ist es besser weiterhin konstant durchlaufen? Ich entscheide mich für Letzteres.

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Das Feld ist mittlerweile so weit auseinandergezogen, dass ich frei laufen kann. Ab und an überholt ein Staffel-Läufer. Kilometer 30 erreiche ich leicht und fühle mich fit genug, um mein Tempo weiter durchlaufen zu können. Zu schaffen machen mir aber zahlreiche Personen, die auf dem berüchtigten Stück auf der Mainzer Landstraße bis Kilometer 34 an Laternen lehnen oder gar erschöpft am Boden liegen. Ab Kilometer 36 sehne ich jedes weitere Kilometerschild herbei. Am letzten Verpflegungsstand um Kilometer 40 muss ich kurzzeitig aufhören zu laufen. Ich gehe ein Stück mit meinem Trinkbecher, nehme aber dann doch wieder Geschwindigkeit auf. "Nur noch zwei Kilometer - die schaffe ich auch noch!" Und ich sollte sie schaffen. Nach 3:26:39 erreiche ich als 1414. erschöpft aber überglücklich den Zielstrich in der Festhalle. Ein fantastisches Gefühl!

Distanz Zeit in h Differenz in min min/km km/h
5 KM 0:24.35 24.35 4.55 12,21
10 KM 0:46.58 22.23 4.29 13,40
15 KM 1:10.49 23.51 4.46 12,58
20 KM 1:34.37 23.48 4.46 12,60
25 KM 1:58.54 24.17 4.51 12,35
30 KM 2:23.50 24.56 4.59 12,03
35 KM 2:48.51 25.01 5.00 11,99
40 KM 3:15.14 26.23 5.17 11,37
42,195 KM 3:26.39 11.25 5.12 11,54
1. Halbmarathon 1:40.04 - 4.45 12,65
2. Halbmarathon 1:46.35 - 5.02 11,93
Marathon 3:26.39 - 4.54 12,25